Erdgas & Elektro – Dieselalternativen für Nutzfahrzeuge

Sind Erdgas und Elektro gute Alternativen für LKW & Co.?

2-05-2019

Fuhrparkleiter fragen zunehmend nach umweltfreundlichen Dieselalternativen für LKW: Welche gibt es? Worauf müssen Flottenmanager und Geschäftsführer achten? Welche Fragen sollten Sie stellen?

Dieser Beitrag bringt Licht ins Dunkel.

Erdgas und Elektro eignen sich als Alternativen zum Diesel

Die Ansprüche an Transportlogistik steigen. Sie soll nicht nur schnell, leistungsfähig und flexibel sein, sondern auch umweltfreundlich. Diesel-LKW emittieren zu viel klima- und gesundheitsschädliches CO2, Feinstaub und Stickoxide.

Vorausschauende Unternehmer denken deshalb über eine Abkehr vom Diesel nach. Theoretisch kommen Erdgas-LKW und Elektro-LKW infrage. Beide sind viel umweltfreundlicher als Diesel. Wir stellen die Alternativen vor.

Erdgas-LKW sind bereits ausgereift und erprobt

Erdgas-LKWs sind technisch erprobt, marktreif und verfügbar. In Testeinsätzen haben sie ihre Alltagstauglichkeit seit Jahren unter Beweis gestellt. Viele Nutzfahrzeug-Anbieter haben Modelle mit Erdgasantrieb im Programm. Iveco hat auf der letzten Nutzfahrzeugmesse IAA schon gar keine Diesel mehr präsentiert.

Wie umweltfreundlich sind Erdgas-LKW?

Aldi Süd startete 2018 einen Langzeittest mit vier 18-Tonner-CNG-LKWs. Die CO2-Emissionen lassen sich im Vergleich zum Diesel-LKW um etwa 16 Prozent senken, die Testfahrzeuge verursachen 99 Prozent weniger Feinstaub und 70 Prozent weniger Stickoxide, die Kraftstoffkosten sind 20 Prozent geringer.

CNG-LKW sind um bis zu 3 dB leiser als Diesel. Sie machen also deutlich weniger Lärm wie diese. Da es in Innenstädten nicht nur Umweltzonen gibt, sondern auch Zonen mit besonderen Geräuschbestimmungen, ist dies ein weiteres Argument für den Umstieg von Diesel auf Erdgas.

Die Klimaziele der EU, wie sie im Pariser Abkommen formuliert wurden, lassen sich nur mit umweltfreundlichem Sprit verwirklichen. Alle europäischen Regierungen haben das erkannt. CNG wird zunehmend als Dieselalternative wahrgenommen und gefördert.

CNG eignet sich besonders für LKW und Transporter bis 18 Tonnen

Besonders interessant für viele Fuhrparkmanager sind CNG-LKW und Transporter zwischen 3,5 und 18 Tonnen, die im städtischen Verkehr und für regionale Transporte unterwegs sind – zum Beispiel von einem Außenlager in die Innenstadt. Es gibt zwar auch schwere Erdgas-LKW für die Langstrecke, aber diese brauchen Flüssigerdgas (LNG, Liquefied Natural Gas), für das bisher kaum Tankstellen eingerichtet sind.

Die CNG-Fahrzeuge kommen mit einer Tankfüllung rund 400 Kilometer weit, was für die meisten Zwecke völlig ausreicht – zumal bereits ein dichtes Netz an CNG-Tankstellen zur Verfügung steht.

CNG-Tankstellennetz ist bereits gut und wächst weiter

Erdgas-LKW tanken komprimiertes Erdgas (CNG oder Compressed Natural Gas), das in Deutschland bereits an rund 900 Tankstellen angeboten wird. Das gilt übrigens auch für unsere Nachbarländer: Die CNG-Infrastruktur ist bereits gut ausgebaut und wächst kräftig weiter.

Nach jüngsten Berichten existieren in Europa mittlerweile rund 4.200 CNG-Tankstellen.

Erdgas-LKW eignen sich besonders für Transporte in Städten

Wo es Umweltzonen oder besondere Geräuschbestimmungen gibt, ist der Erdgas-LKW eine vernünftige Alternative. Damit eignen sich CNG-Nutzfahrzeuge besonders für den Einsatz in Städten und Lieferungen, die früh morgens oder spät abends stattfinden.

Anwendungsbeispiele für CNG-LKW sind im Verteilersegment Kühl- und Lebensmitteltransporter, Paketdienste oder Liefer-LKW für den Einzelhandel. Kommunale Dienste setzen Erdgasfahrzeuge gerne als Abfallsammler ein.

CNG-LKW sparen bares Geld bei Sprit, Maut, Steuer & Co.

Die Spritkosten lassen sich mit Erdgasfahrzeugen je nach Einsatzgebiet und Modell um 20 bis 35 Prozent gegenüber vergleichbaren Dieselfahrzeugen senken. Der Wegfall der Maut, die Steuerbegünstigung und Förderungen machen CNG-LKW trotz des etwas höheren Anschaffungspreises zu einer günstigen Dieselalternative.

Elektro-LKW eignen sich besonders für kürzere Strecken in Innenstädten

LKW mit Elektro-Antrieben sind inzwischen ebenfalls verfügbar. Elektromotoren eignen sich jedoch eher für die kleineren Flitzer im innerstädtischen Verteilerverkehr. Die Post setzt sie gerne ein. Geräuschpegel und Emissionen dieser Fahrzeuge sind gleich null – wenn man sie isoliert betrachtet. Dies trifft allerdings nur zu, wenn Ökostrom getankt wird.

Durch die geringere Reichweite von Elektro-Fahrzeugen, eignen sie sich für kürzere Strecken. Der Elektro-3,5-Tonner von Renault hat voll beladen einen Radius von rund 120 Km. Danach muss er an einem Ladepunkt erneut aufgeladen werden.

Der größere Daimler FUSO eCanter mit 3,5 Tonnen Nutzlast leistet 175 PS und fährt mit seinen 600 Kilo schweren Batterien über 100 Kilometer. Damit empfiehlt er sich ebenfalls für den innerstädtischen Lieferverkehr.

Schwere LKW mit Elektro-Antrieb sind zu diesem Zeitpunkt noch keine ernsthafte Option. Alleine Tesla testet derzeit einen 40-Tonner, der 800 Km Reichweite haben soll. Allerdings sind hier tonnenschwere Batterien verbaut, die sowohl Flächen- als auch Gewichtseinschränkungen mit sich bringen.

Fazit

Wer eine umweltfreundliche Dieselalternative sucht, wird bei Erdgas-LKW fündig. Die Fahrzeuge punkten mit einer tollen Umweltbilanz, ausgereifter Technik, guter Tankstellen-Infrastruktur und passabler Reichweite von rund 400 Kilometern. Sie eignen sich besonders für den regionalen oder innerstädtischen Lieferverkehr.

Aber auch leichte Elektro-LKW haben ihre Vorteile. Diese eignen sich durch ihre geringere Reichweite für den Einsatz in dem innerstädtischen Lieferverkehr. Der niedrige Geräuschpegel führt dazu, dass diese Fahrzeuge sich auch für Lieferungen, die früh morgens oder spät abends stattfinden, eignet. Zusätzlich ist die Ladeinfrastruktur sehr ausgeprägt. Deutschlandweit gibt es derzeit über 9.000 Ladepunkte.

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